Pelletanlagen

Pelletanlagen: Technik, Kosten und Förderung für Pelletheizungen

Pelletanlagen sind Heizsysteme, die Holzpellets aus gepressten Holzspänen und Sägemehl verbrennen. Sie versorgen Wohnhäuser, Gewerbeobjekte und größere Gebäude mit Wärme und Warmwasser, und das weitgehend automatisch. In dieser Kategorie finden Sie Informationen zu Technik und Lieferanten von Pelletheizungen, zu Kosten, Förderung und Regeln in Deutschland und Österreich. Informationen zum Brennstoff selbst finden Sie in der Kategorie Holz, Briketts und Pellets.

25–40 Tsd. €
Investition inkl. Lager, Fördertechnik, Puffer und Einbau
30 %
Grundförderung in Deutschland
454,21 €
pro Tonne Pellets, Ø September 2026
15–25 m²
Platzbedarf für Kessel und Lager

Pelletkessel oder Pelletofen?

Es gibt zwei Bauarten:

🔥 Pelletkessel

Eine Zentralheizung: Er erwärmt Wasser für Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasser und wird über eine Förderschnecke oder ein Saugsystem aus einem Lagerraum oder Silo beschickt.

🏠 Pelletofen

Er steht im Wohnraum und wird aus einem eigenen Vorratsbehälter befüllt. Luftgeführte Öfen geben die Wärme direkt an den Raum ab, wasserführende Modelle speisen zusätzlich das Heizsystem.

Tipp: Wer das ganze Haus beheizen möchte, braucht in der Regel einen Kessel oder einen wasserführenden Ofen. Ein luftgeführter Ofen eignet sich eher als Zusatzheizung.

Das gehört zu einer Pelletanlage

  • Bestandteile: Kessel, Fördertechnik, Lagerraum oder Silo, Schornstein beziehungsweise Abgasführung und meist ein Pufferspeicher.
  • Pufferspeicher: Er gleicht Lastspitzen aus und verhindert häufiges Ein- und Ausschalten. Je nach Quelle und Förderprogramm gibt es Mindestgrößen je Kilowatt Kesselleistung, die Details legt der Installateur fest.
  • Wartung: Die Asche muss regelmäßig entleert werden, und der Schornsteinfeger prüft die Anlage.

Platzbedarf und Lagerung

Pelletheizungen brauchen mehr Platz als Wärmepumpen. Für Kessel und Lager werden je nach Anlage etwa 15 bis 25 Quadratmeter genannt.

15.000 kWh Jahresbedarf
Nach Anbieterangaben rund drei Quadratmeter Lagerfläche bei zwei Metern Höhe.
30.000 kWh Jahresbedarf
Etwa sechs Quadratmeter Lagerfläche.
Alternativen
Gewebetank oder Sacksilo statt Lagerraum.

Wichtig ist eine trockene Lagerung und eine Zufahrt für das Silofahrzeug.

Was kostet eine Pelletheizung?

Je nach Anbieter und Ausstattung liegen die Investitionskosten bei etwa 25.000 bis 40.000 Euro, inklusive Lager, Fördertechnik, Pufferspeicher und Einbau.

  • Die jährlichen Betriebskosten für ein Einfamilienhaus nennen Quellen zwischen rund 2.000 und 2.700 Euro für Brennstoff, Wartung und Schornsteinfeger.
  • Der Pelletpreis lag im September 2026 nach Angaben des Deutschen Pelletinstituts bei durchschnittlich 454,21 Euro pro Tonne und damit deutlich höher als noch im Sommer.

Rechnen Sie deshalb mit schwankenden Brennstoffkosten und vergleichen Sie Lieferanten.

Förderung in Deutschland

Pelletheizungen sind 2026 weiterhin als Biomasseheizung förderfähig.

🇩🇪 Bundesförderung

  • Grundförderung: 30 Prozent.
  • Klimageschwindigkeits-Bonus: 16 Prozentpunkte beim Austausch einer alten Öl-, Kohle- oder Gasheizung. Er sinkt ab Februar 2027 schrittweise.
  • Förderfähige Kosten: höchstens 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, in der Standardrechnung ergibt das 12.880 Euro.
  • Weitere Boni: etwa nach Einkommen, die Quellen nennen als Gesamtgrenze 70 oder 80 Prozent.

Wichtig: Nach einem Bericht von Mitte September 2026 soll die Förderung für den Ersatz älterer Holz- und Pelletheizungen ab dem ersten Quartal 2027 deutlich sinken. Dieser Plan ist noch nicht fest, prüfen Sie die aktuelle Lage. Stellen Sie den Antrag bei der KfW immer vor dem Vertragsabschluss.

Regeln und Emissionen

  • Das Gebäudemodernisierungsgesetz gilt seit dem 29. Juli 2026. Die frühere 65-Prozent-Regel ist entfallen, Biomasseheizungen bleiben zulässig.
  • Pellets müssen naturbelassen sein und der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung entsprechen.
  • Für Feinstaub gelten strenge Grenzwerte, für die Förderung teils noch strengere. Die genannten Werte unterscheiden sich je nach Quelle, lassen Sie sich die Einhaltung vom Hersteller bestätigen.
  • Das Umweltbundesamt rät wegen der Feinstaubbelastung grundsätzlich von Holzheizungen ab.

Pelletheizung oder Wärmepumpe?

♨️ Pro Wärmepumpe

Eine Modellrechnung des Wärmepumpen-Anbieters 42watt kommt über 20 Jahre auf rund 31.000 Euro Vorteil für die Wärmepumpe. Die Rechnung ist nicht unabhängig, zeigt aber eine Tendenz.

🪵 Pro Pellets

Im unsanierten Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen sind Pellets oft die technisch einfachere Wahl, weil Wärmepumpen dort deutlich weniger effizient arbeiten und bei 65 bis 75 Grad Vorlauf nur noch niedrige Jahresarbeitszahlen erreichen.

Entscheidend sind Heizlast, Vorlauftemperatur, Platz und Sanierungspläne. Lassen Sie von einem Energieberater beide Varianten für Ihr Gebäude berechnen.

Pelletheizung in Österreich

🇦🇹 Förderung der Länder

  • Pelletkessel werden in Österreich vor allem über die Länder gefördert.
  • Salzburg: Nach einer Richtlinie vom Februar 2026 pauschal 3.000 Euro für erneuerbare Zentralheizungen, begrenzt auf höchstens 40 Prozent der Investition. Voraussetzung ist ein bestehendes Gebäude mit überwiegend privater Wohnnutzung, die Registrierung erfolgt vor dem Antrag online.
  • Oberösterreich: Die Landesseite nennt bis zu 2.900 Euro für die Umstellung von Öl, Gas oder Kohle auf Pellets, die Unterlagen stammen jedoch aus 2024.

Die Bedingungen unterscheiden sich je Bundesland und ändern sich, prüfen Sie diese vor dem Kauf bei Ihrem Land.

So wählen Sie den richtigen Anbieter

  • Mehrere Angebote einholen.
  • Heizlastberechnung, Förderfähigkeit, Wartungsvertrag und Garantie schriftlich bestätigen lassen.
  • Gesamtkosten statt Kesselpreise vergleichen.
  • Auf Referenzen und Service in Ihrer Region achten.

Stand: Oktober 2026. Preise, Gesetze und Förderungen können sich ändern, bitte prüfen Sie die aktuellen Bedingungen vor einem Kauf oder Heizungstausch.

    Nichts gefunden!

    Zu deinen Suchbegriffen gibt es leider keine passenden Ergebnisse. Bitte versuche es mit anderen Suchbegriffen nochmal.