Stromanbieter
Stromanbieter: Tarife vergleichen, wechseln und Stromkosten senken
Strom ist für jeden Haushalt unverzichtbar, und die Wahl des Anbieters entscheidet über einen spürbaren Teil der Kosten. In Deutschland und Österreich können Sie Ihren Stromanbieter frei wählen. In dieser Kategorie finden Sie Informationen zu Stromanbietern, Preisen, Tarifarten, Wechselregeln und Spartipps. Alle Angaben prüfen wir regelmäßig, sie ersetzen aber nicht die Konditionen Ihres Vertrags.
Was kostet Strom aktuell?
Die Preise unterscheiden sich stark nach Tarif. Nach einer Übersicht vom 12. Oktober 2026 liegt der günstigste Neukundentarif für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch bundesweit bei etwa 29,75 Cent je Kilowattstunde, ein Plus von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
- In der Grundversorgung werden im Schnitt etwa 40,37 Cent fällig. Der Unterschied entspricht einer Ersparnis von rund 370 Euro im Jahr.
- Regional gibt es große Unterschiede, in Bayern ist der günstigste Neukundentarif mit 28,60 Cent am niedrigsten.
- Der BDEW nennt für alle Haushaltskunden zusammen einen höheren Durchschnitt von rund 37 Cent, weil darin auch teure Bestandsverträge stecken.
Hinweis: Die Preise ändern sich laufend, prüfen Sie deshalb tagesaktuelle Tarife für Ihre Postleitzahl. Aktuelle Durchschnittspreise für Österreich haben wir hier nicht erhoben.
Woraus besteht der Strompreis?
Der Preis setzt sich aus drei großen Teilen zusammen:
🏭 Beschaffung und Vertrieb
Dieser Teil kann vom Anbieter selbst beeinflusst werden.
🔌 Netzentgelte
Sie gelten für alle Anbieter gleich.
🧾 Steuern, Abgaben, Umlagen
Auch sie gelten für alle gleich.
Deshalb lohnt sich der Vergleich vor allem beim Arbeitspreis und beim Grundpreis. In Österreich trifft das ebenfalls zu: Auch dort ist der Energiepreis der Teil der Rechnung, der zwischen den Anbietern variiert.
Tarifarten im Überblick
Der Arbeitspreis bleibt für eine festgelegte Laufzeit stabil, meist 12 oder 24 Monate.
Sie passen sich an Marktpreise oder einen Index an.
Sie liefern Strom aus erneuerbaren Quellen und liegen preislich oft nur knapp über dem günstigsten Tarif.
Sie richten sich nach dem Börsenpreis und lohnen sich vor allem mit Smart Meter, Wärmepumpe oder Elektroauto.
Achten Sie bei allen Tarifen auf Laufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantie und darauf, ob die Garantie auch Steuern und Netzentgelte umfasst.
Stromanbieter wechseln in Deutschland und Österreich
🇩🇪 Deutschland
- Ein Wechsel ist kostenlos und dauert nach dem Energiewirtschaftsgesetz höchstens drei Wochen, sobald der neue Versorger Sie beim Netzbetreiber angemeldet hat.
- Gekündigt wird in der Regel vom neuen Anbieter.
- Seit dem 1. März 2022 darf die Kündigungsfrist höchstens einen Monat betragen. In der Grundversorgung gilt eine Frist von 14 Tagen.
- Kündigen Sie selbst nur, wenn sich der Vertrag in weniger als vier Wochen verlängert, Sie ein Sonderkündigungsrecht nutzen oder umziehen.
- Planen Sie den Wechsel am besten drei bis sechs Wochen im Voraus. Die Stromversorgung bleibt gesichert.
🇦🇹 Österreich
- Auch hier können Sie den Anbieter frei wählen.
- Der unabhängige Tarifkalkulator der E-Control zeigt die gemeldeten Konditionen aller Anbieter in Ihrem Netzgebiet.
- Wechselboni gelten oft nur im ersten Jahr, vergleichen Sie daher den Gesamtpreis im ersten und im zweiten Jahr.
Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhung
🇩🇪 Deutschland
Erhöht Ihr Anbieter die Preise während der Laufzeit, steht Ihnen in der Regel ein Sonderkündigungsrecht zu. Die genaue Frist steht in Ihrem Vertrag und im Preisänderungsschreiben. Nutzen Sie es zügig, weil die Frist meist kurz ist. Im Zweifel hilft die Verbraucherzentrale.
🇦🇹 Österreich
Nach dem ElWOG muss der Anbieter mindestens vier Wochen vorab informieren, und Sie dürfen kostenlos und fristlos kündigen.
Wie Preisanpassungsklauseln vor Gericht bewertet werden, zeigt unser Beitrag zum Tiwag-Strompreiserhöhung-Urteil.
Ökostrom: Worauf Sie achten sollten
Ökostrom ist heute oft kaum teurer als konventioneller Strom, der günstigste Ökostromtarif lag im Oktober 2026 nach der genannten Übersicht nur etwa 0,02 Cent je Kilowattstunde über dem günstigsten Neukundentarif. Die Bezeichnung ist jedoch nicht einheitlich geschützt.
- Auf anerkannte Gütesiegel achten.
- Prüfen, ob der Anbieter in neue Anlagen investiert.
- Die Herkunft des Stroms in den Vertragsunterlagen prüfen.
Wenn der Anbieter ausfällt
Gerät ein Billiganbieter in Schwierigkeiten, bleibt die Versorgung gesichert, denn der örtliche Grundversorger springt ein. Dann zahlen Sie allerdings meist den höheren Grundversorgungspreis. Wechseln Sie in diesem Fall zügig in einen neuen Tarif. Prüfen Sie vor einem Vertrag die Bewertungen und die Zahlungsbedingungen des Anbieters.
Strom sparen: Das bringt am meisten
Der günstigste Strom ist der, den Sie nicht verbrauchen.
Ersetzen Sie alte Geräte durch effiziente.
Schalten Sie Standby-Verbraucher ab.
Nutzen Sie LED-Lampen.
Fachquellen nennen für Haushalte 50 bis 150 Euro jährliche Ersparnis allein durch geringeren Verbrauch. Wer Strom selbst erzeugen möchte, findet in unserer Kategorie Photovoltaik Informationen zu Anlagen, Kosten und Förderung.
Checkliste: So finden Sie den passenden Tarif
- Letzte Jahresabrechnung bereithalten, denn der Jahresverbrauch in Kilowattstunden bestimmt den Preis.
- Postleitzahl angeben und den Gesamtpreis über mindestens zwei Jahre vergleichen.
- Laufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantie und automatische Verlängerung lesen.
- Vorkasse und hohe Kautionen vermeiden.
- Bewertungen und Ökostrom-Siegel kritisch prüfen.
Stand: Oktober 2026. Preise, Fristen und Gesetze können sich ändern, bitte prüfen Sie die aktuellen Bedingungen vor einem Wechsel.
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