Gasanbieter
Gasanbieter: Tarife vergleichen, wechseln und Heizkosten senken
Gas ist für Millionen Haushalte in Deutschland und Österreich weiterhin der wichtigste Heizenergieträger. Wer seinen Tarif kennt und regelmäßig vergleicht, kann bei den Heizkosten spürbar sparen. In dieser Kategorie finden Sie Informationen zu Gasanbietern, Preisen, Wechselregeln und Spartipps sowie zu Alternativen wie Wärmepumpen. Alle Angaben prüfen wir regelmäßig, sie ersetzen aber nicht die Konditionen Ihres Vertrags.
Woraus setzt sich der Gaspreis zusammen?
Der Gaspreis besteht aus mehreren Bausteinen. Den größten Anteil machen mit etwa 45 bis 50 Prozent Beschaffung und Vertrieb aus. Netzentgelte und Messung kosten rund 20 bis 22 Prozent, die Mehrwertsteuer von 19 Prozent entspricht etwa 13 bis 14 Prozent des Preises. Der CO₂-Preis macht rund 9 bis 11 Prozent aus, für 2026 gilt ein Korridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne. Die Erdgassteuer beträgt etwa 0,55 Cent pro Kilowattstunde. Die Gasspeicherumlage ist 2026 entfallen, was einen Haushalt mit 20.000 Kilowattstunden Verbrauch nach einer Schätzung um rund 58 Euro im Jahr entlastet.
Das kostet Gas aktuell
Nach einer Übersicht vom März 2026 zahlen Neukunden im Schnitt rund 8,3 Cent pro Kilowattstunde, Bestandskunden etwa 10 Cent und Haushalte in der Grundversorgung 13 bis 14 Cent. Der BDEW nennt für Einfamilienhäuser einen Durchschnitt von rund 11,1 Cent. Die Großhandelspreise können sich kurzfristig ändern, prüfen Sie deshalb aktuelle Tarife bei Ihrem Versorger oder in einem Vergleichsrechner. Der Unterschied zwischen Grundversorgung und günstigem Neukundentarif ist oft erheblich.
Tarife im Überblick
Gasanbieter bieten meist Tarife mit Preisgarantie, Festpreistarife mit Laufzeit sowie Ökogas-Tarife an. Eine Preisgarantie schützt vor Erhöhungen, gilt aber nur für einen festgelegten Zeitraum und nicht immer für Steuern und Abgaben. Neukundenboni senken den Preis im ersten Jahr, verfallen aber danach, sodass sich ein Vergleich über mehrere Jahre lohnt. Achten Sie auf Laufzeit, Kündigungsfrist, Abschlagszahlung und Verbrauchsprognose.
Gasanbieter wechseln in Deutschland
Ein Wechsel ist grundsätzlich jederzeit möglich, hängt aber von Laufzeit und Kündigungsfrist Ihres bisherigen Vertrags ab. Bei Tarifen mit Mindestlaufzeit ist ein Wechsel erst zum Vertragsende möglich. In der Grundversorgung können Sie mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. Der Wechsel dauert üblicherweise zwei bis sechs Wochen, die Gasversorgung bleibt dabei durchgehend gesichert. Verzögert sich der Wechsel, springt der örtliche Grundversorger automatisch ein.
Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhung
Ändert Ihr Versorger Arbeits- oder Grundpreis, dürfen Sie unabhängig von der Laufzeit kündigen. Das gilt auch bei Erhöhungen durch Steuern und Abgaben. Die Frist beträgt meist zwei Wochen ab Zugang der schriftlichen Mitteilung, die genaue Frist steht in Ihrem Vertrag. Eine höhere Abschlagszahlung allein löst kein Sonderkündigungsrecht aus. Ein Preiserhöhungsschreiben ohne Hinweis auf das Kündigungsrecht ist laut Verbraucherportalen unwirksam. Im Zweifel hilft die Verbraucherzentrale.
Gasanbieter in Österreich
Auch in Österreich lohnt der Vergleich. Der Tarifkalkulator der E-Control hilft bei der Suche, laut E-Control lassen sich beim Wechsel mehrere hundert Euro im Jahr sparen. 2025 wechselten dort 75.462 Gaskunden den Lieferanten. Bei einer Preisänderung können Sie nach Angaben der Arbeiterkammer innerhalb von vier Wochen widersprechen und werden danach noch drei Monate zum alten Preis beliefert, in dieser Zeit sollten Sie einen neuen Lieferanten finden. Kündigt der Lieferant, gilt eine Frist von mindestens acht Wochen. Preisrabatte gelten oft nur ein Jahr, vergleichen Sie daher über mehrere Jahre.
Checkliste: So finden Sie den passenden Tarif
Halten Sie für den Vergleich Ihre letzte Jahresabrechnung bereit, denn der Jahresverbrauch in Kilowattstunden bestimmt den Preis. Geben Sie Ihre Postleitzahl an, da Netzentgelte regional variieren. Vergleichen Sie den Gesamtpreis über die ersten zwölf und über die folgenden Monate, achten Sie auf Preisgarantie, Kündigungsfrist und automatische Verlängerung und lesen Sie die Vertragsbedingungen genau. Vorkasse und Kautionen sind keine gute Wahl, wenn es Alternativen gibt.
Gas sparen: Das bringt am meisten
Senken Sie die Raumtemperatur um ein Grad, kann das den Heizbedarf um bis zu sechs Prozent verringern. Nutzen Sie Nachtabsenkung und Thermostate, lüften Sie stoßweise statt Fenster dauerhaft zu kippen und dichten Sie Fenster und Türen ab. Lassen Sie die Heizung warten und bei Bedarf einen hydraulischen Abgleich durchführen. Wer dämmt, kann zusätzlich von Förderungen profitieren. Die E-Control rechnet vor, dass ein Grad mehr Raumtemperatur über eine Woche bis zu zehn Euro Mehrkosten verursachen kann.
Wie geht es mit der Gasheizung weiter?
Mit steigendem CO₂-Preis wird fossiles Heizen langfristig teurer. Wer die Heizung erneuern möchte, sollte Alternativen wie Wärmepumpen oder Erdwärme vergleichen. Eine Wärmepumpe lässt sich mit einer Photovoltaikanlage kombinieren und senkt so die Abhängigkeit vom Gaspreis. Förderungen gibt es in Deutschland über die Bundesförderung für effiziente Gebäude, in Österreich über die Sanierungsoffensive, die Konditionen ändern sich jedoch, prüfen Sie deshalb vor jeder Investition die aktuellen Bedingungen.
Stand: Oktober 2026. Preise, Fristen und Förderungen können sich ändern, bitte prüfen Sie die aktuellen Bedingungen vor einem Wechsel oder Kauf.
Nichts gefunden!
Zu deinen Suchbegriffen gibt es leider keine passenden Ergebnisse. Bitte versuche es mit anderen Suchbegriffen nochmal.