Solaranlagen
Solaranlagen: Photovoltaik, Solarthermie und Balkonkraftwerke in Deutschland und Österreich
Solaranlagen nutzen die Energie der Sonne, entweder zur Stromerzeugung oder zur Wärmegewinnung. Der Begriff umfasst deshalb mehrere Techniken, die sich in Aufbau, Kosten und Förderung unterscheiden. In dieser Kategorie finden Sie Informationen zu Anlagenarten, Anbietern, Kosten und Förderung, getrennt für Deutschland und Österreich.
Welche Arten von Solaranlagen gibt es?
⚡ Photovoltaik
Solarmodule wandeln Sonnenlicht direkt in Strom um.
🔥 Solarthermie
Kollektoren erzeugen Wärme für Warmwasser und teils für die Heizung.
🔌 Balkonkraftwerke
Kleine, steckerfertige Photovoltaikanlagen, die vor allem Mieter und Wohnungseigentümer nutzen.
Vertiefende Informationen finden Sie in den Kategorien Photovoltaik und Balkonkraftwerke.
Photovoltaik: Strom vom eigenen Dach
Eine Photovoltaikanlage erzeugt je Kilowattpeak etwa 1.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Für ein Einfamilienhaus werden meist 8 bis 12 Kilowattpeak genannt.
🇩🇪 Deutschland
- 10 Kilowattpeak kosten je nach Quelle ohne Speicher grob 10.000 bis 16.000 Euro, mit Speicher 13.000 bis 20.000 Euro.
- Auf Photovoltaik für Wohngebäude fällt seit 2023 keine Mehrwertsteuer an.
- Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom, der laut BDEW rund 37 Cent kostet.
- Ohne Speicher nutzen Haushalte etwa 30 Prozent des Stroms selbst, mit Speicher bis zu rund 70 Prozent Autarkie.
🇦🇹 Österreich
- Ratgeber nennen etwa 1.000 bis 2.000 Euro je Kilowattpeak, die Angaben schwanken stark. Ein Speicher kostet zusätzlich etwa 5.000 bis 10.000 Euro.
- Seit 1. April 2025 fallen wieder 20 Prozent Umsatzsteuer an, der Nullsteuersatz ist ausgelaufen.
- Eine selbst genutzte Kilowattstunde ist nach stromliste.at etwa 25 bis 35 Cent wert, eine eingespeiste nur etwa 9 bis 10 Cent.
Solarthermie: Wärme für Warmwasser und Heizung
Solarthermie eignet sich besonders für Warmwasser. Als Faustregel gelten ein bis eineinhalb Quadratmeter Flachkollektor je Person, bei einem Vier-Personen-Haushalt also vier bis sechs Quadratmeter mit einem Speicher von 300 bis 400 Litern.
Nach Ratgeberangaben 50 bis 60 Prozent Deckung im Jahresmittel, im Sommer nahezu der gesamte Bedarf. Kosten etwa 4.000 bis 7.000 Euro.
Braucht größere Flächen, der Deckungsanteil an der Heizwärme liegt bei etwa 20 bis 30 Prozent. Kosten etwa 8.000 bis 14.000 Euro.
Je nach Förderung und Brennstoff etwa 12 bis 18 Jahre.
Lebensdauer und laufende Kosten
- Lebensdauer: Solarthermie-Flachkollektoren halten nach Angaben von Ratgebern 25 bis 30 Jahre, Vakuumröhren 20 bis 25 Jahre.
- Wartung Solarthermie: Die Solarflüssigkeit wird alle fünf bis sieben Jahre gewechselt, die Umwälzpumpe nach zehn bis fünfzehn Jahren. Die laufenden Kosten liegen bei etwa 135 bis 220 Euro im Jahr.
- Kosten Photovoltaik: Quellen nennen rund 200 bis 300 Euro jährlich für Wartung, Versicherung und Zähler.
- Wechselrichter: Er muss nach einigen Jahren oft ersetzt werden, das sollten Sie in Ihre Rechnung einplanen.
Photovoltaik oder Solarthermie?
⚡ Pro Photovoltaik
Der Strom lässt sich flexibel nutzen, etwa für Haushalt, Wärmepumpe und Elektroauto.
🔥 Pro Solarthermie
Sie wandelt einen größeren Teil des Sonnenlichts in Wärme um, liefert aber im Winter wenig und lohnt sich vor allem bei hohem Warmwasserbedarf.
Beide Techniken konkurrieren um die gleiche Dachfläche. Lassen Sie sich von einem Energieberater beide Varianten für Ihr Dach berechnen.
Einspeisevergütung in Deutschland und Österreich
🇩🇪 Deutschland: EEG 2027
- Für Anlagen, die bis Ende Januar 2027 ans Netz gehen, nennt die Bundesnetzagentur bei Teileinspeisung bis 10 Kilowattpeak 7,70 Cent je Kilowattstunde für 20 Jahre.
- Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 einen Entwurf für das EEG 2027 beschlossen, nach dem die feste Vergütung für neue Dachanlagen entfallen oder befristet werden könnte.
- Der Bundestag hat den Entwurf noch nicht beschlossen, die Details sind deshalb vorläufig.
🇦🇹 Österreich: OeMAG und Versorger
- Der OeMAG-Marktpreis wird monatlich im Nachhinein festgelegt und lag im September 2026 bei 10,168 Cent je Kilowattstunde. Von Januar bis September bewegte er sich zwischen 5,720 und 10,168 Cent.
- Viele Energieversorger zahlen eigene Tarife, oft nur zusammen mit einem Stromliefervertrag. Vergleichen Sie die Konditionen vor dem Abschluss.
Tipp: Planen Sie Ihre Anlage auf den Eigenverbrauch aus.
Förderung in Deutschland
🇩🇪 Das gilt in Deutschland
- Photovoltaik: Es gibt keinen bundesweiten Zuschuss mehr. Möglich ist der KfW-Kredit 270, daneben fördern einzelne Länder und Kommunen Speicher.
- Solarthermie: Förderfähig über die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Quellen nennen eine Grundförderung von 15 Prozent für die reine Optimierung und 30 Prozent bei Kombination mit einer neuen Heizung, mit Boni sind bis zu 80 Prozent möglich.
- Alternative: Steuerermäßigung nach § 35c EStG.
Wichtig: Die Angaben unterscheiden sich je nach Quelle. Prüfen Sie die Konditionen vor dem Auftrag bei KfW, BAFA oder Energieberater und beantragen Sie immer vor Vertragsabschluss.
Solaranlagen in Österreich: Förderung und Steuern
🇦🇹 Das gilt in Österreich
- EAG-Zuschuss Photovoltaik: Bis 10 Kilowattpeak 150 Euro je Kilowattpeak, über 10 bis 20 Kilowattpeak 140 Euro, darüber 130 beziehungsweise 120 Euro. Die Sätze werden je Fördercall festgelegt.
- Speicher: 150 Euro je Kilowattstunde nutzbarer Kapazität, höchstens 50 Kilowattstunden, nur zusammen mit einem Antrag für die Photovoltaikanlage. Quelle: Hausbau Magazin.
- Fördercalls: Anträge sind nur während eines offenen Calls möglich. Nach Medienberichten soll die Förderung für kleine Anlagen ab 2027 auslaufen.
- Einkommensteuer: Private Betreiber sind bis 12.500 Kilowattstunden Einspeisung pro Jahr steuerfrei, wenn die Engpassleistung höchstens 35 und die Anschlussleistung höchstens 25 Kilowattpeak beträgt. Details bei finfo.at.
- Länder und Gemeinden: Sie fördern ergänzend, auch Solarthermie kann dabei eine Rolle spielen. Aktuelle Zahlen für Solarthermie in Österreich haben wir hier nicht erhoben.
Prüfen Sie die Bedingungen bei der EAG-Förderabwicklungsstelle und Ihrem Bundesland.
Anbieter und Beiträge in dieser Kategorie
Wir stellen Anbieter vor:
Checkliste vor dem Kauf
- Dachausrichtung, Neigung, Verschattung und Zustand des Daches prüfen.
- Strom- und Warmwasserbedarf klären.
- Mehrere Angebote einholen und Leistung, Garantie und Service vergleichen. Lassen Sie sich die Ertragsberechnung erklären.
- In Deutschland tragen Sie Photovoltaikanlagen nach der Installation im Marktstammdatenregister ein. In Österreich klären Sie den Netzanschluss mit Ihrem Netzbetreiber.
Stand: Oktober 2026. Preise, Gesetze und Förderungen können sich ändern, bitte prüfen Sie die aktuellen Bedingungen vor einem Kauf.
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