Solaranlagen

Solaranlagen: Photovoltaik, Solarthermie und Balkonkraftwerke im Vergleich

Solaranlagen nutzen die Energie der Sonne, entweder zur Stromerzeugung oder zur Wärmegewinnung. Der Begriff umfasst deshalb mehrere Techniken, die sich in Aufbau, Kosten und Förderung unterscheiden. In dieser Kategorie finden Sie Informationen zu Anlagenarten, Anbietern, Kosten und Förderung in Deutschland und Österreich.

Welche Arten von Solaranlagen gibt es?

Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenlicht mit Solarmodulen direkt in Strom um. Solarthermieanlagen erzeugen mit Kollektoren Wärme für Warmwasser und teils für die Heizung. Balkonkraftwerke sind kleine, steckerfertige Photovoltaikanlagen, die vor allem Mieter und Wohnungseigentümer nutzen. Vertiefende Informationen finden Sie in den Kategorien Photovoltaik und Balkonkraftwerke.

Photovoltaik: Strom vom eigenen Dach

Eine Photovoltaikanlage erzeugt je Kilowattpeak etwa 1.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Für ein Einfamilienhaus werden meist 8 bis 12 Kilowattpeak genannt. Je nach Quelle kostet eine Anlage mit 10 Kilowattpeak ohne Speicher grob 10.000 bis 16.000 Euro, mit Speicher 13.000 bis 20.000 Euro. Auf Photovoltaik für Wohngebäude fällt seit 2023 keine Mehrwertsteuer an. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom, der laut BDEW rund 37 Cent kostet. Ohne Speicher nutzen Haushalte etwa 30 Prozent des Stroms selbst, mit Speicher bis zu rund 70 Prozent Autarkie.

Solarthermie: Wärme für Warmwasser und Heizung

Solarthermie eignet sich besonders für Warmwasser. Als Faustregel gelten ein bis eineinhalb Quadratmeter Flachkollektor je Person, bei einem Vier-Personen-Haushalt also vier bis sechs Quadratmeter mit einem Speicher von 300 bis 400 Litern. Im Jahresmittel deckt sie nach Ratgeberangaben 50 bis 60 Prozent des Warmwasserbedarfs, im Sommer nahezu den gesamten Bedarf. Für die Heizungsunterstützung braucht es größere Flächen, der Deckungsanteil an der Heizwärme liegt bei etwa 20 bis 30 Prozent. Eine Anlage nur für Warmwasser kostet etwa 4.000 bis 7.000 Euro, mit Heizungsunterstützung 8.000 bis 14.000 Euro. Die Amortisation beträgt je nach Förderung und Brennstoff etwa 12 bis 18 Jahre.

Lebensdauer und laufende Kosten

Solarthermie-Flachkollektoren halten nach Angaben von Ratgebern 25 bis 30 Jahre, Vakuumröhren 20 bis 25 Jahre. Die Solarflüssigkeit wird alle fünf bis sieben Jahre gewechselt, die Umwälzpumpe nach zehn bis fünfzehn Jahren. Die laufenden Kosten liegen bei etwa 135 bis 220 Euro im Jahr. Bei Photovoltaik nennen Quellen rund 200 bis 300 Euro jährlich für Wartung, Versicherung und Zähler. Der Wechselrichter muss nach einigen Jahren oft ersetzt werden, das sollten Sie in Ihre Rechnung einplanen.

Photovoltaik oder Solarthermie?

Ein Vorteil von Photovoltaik ist die flexible Nutzung des Stroms, etwa für Haushalt, Wärmepumpe und Elektroauto. Solarthermie wandelt einen größeren Teil des Sonnenlichts in Wärme um, liefert aber im Winter wenig und lohnt sich vor allem bei hohem Warmwasserbedarf. Beide Techniken konkurrieren um die gleiche Dachfläche. Lassen Sie sich von einem Energieberater beide Varianten für Ihr Dach berechnen.

Wichtig: Einspeisevergütung und EEG 2027

Für Photovoltaikanlagen, die bis Ende Januar 2027 ans Netz gehen, nennt die Bundesnetzagentur bei Teileinspeisung bis 10 Kilowattpeak 7,70 Cent je Kilowattstunde für 20 Jahre. Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 einen Entwurf für das EEG 2027 beschlossen, nach dem die feste Vergütung für neue Dachanlagen entfallen oder befristet werden könnte. Der Bundestag hat den Entwurf noch nicht beschlossen, die Details sind deshalb vorläufig. Planen Sie Ihre Anlage daher auf den Eigenverbrauch aus.

Förderung in Deutschland

Für Photovoltaik gibt es keinen bundesweiten Zuschuss mehr. Möglich ist der KfW-Kredit 270, daneben fördern einzelne Länder und Kommunen Speicher. Solarthermie ist dagegen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig. Quellen nennen eine Grundförderung von 15 Prozent für die reine Optimierung und 30 Prozent bei Kombination mit einer neuen Heizung, mit Boni sind bis zu 80 Prozent möglich. Alternativ gibt es eine Steuerermäßigung nach § 35c EStG. Die Angaben unterscheiden sich je nach Quelle, prüfen Sie die Konditionen vor dem Auftrag bei KfW, BAFA oder Energieberater und beantragen Sie immer vor Vertragsabschluss.

Solaranlagen in Österreich

In Österreich fördert der Bund Photovoltaik über das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz, für 2026 mit 120 bis 150 Euro je Kilowattpeak, ein Speicher bringt weitere 150 Euro je Kilowattpeak. Nach Medienberichten soll die Förderung für kleine Anlagen ab 2027 auslaufen. Ergänzend gibt es Förderungen der Länder und Gemeinden, die auch Solarthermie betreffen können. Prüfen Sie die Bedingungen bei der Abwicklungsstelle und Ihrem Bundesland.

Anbieter und Beiträge in dieser Kategorie

Wir stellen Anbieter vor, darunter Solarist mit Photovoltaik und Speicher, Greensolar mit Solaranlagen und Balkonkraftwerken, den Onlinehändler Tepto, Parkplatz Photovoltaik und das Unternehmensporträt Gergroup.

Checkliste vor dem Kauf

Prüfen Sie Dachausrichtung, Neigung, Verschattung und Zustand des Daches und klären Sie Ihren Strom- und Warmwasserbedarf. Holen Sie mehrere Angebote ein, vergleichen Sie Leistung, Garantie und Service und lassen Sie sich die Ertragsberechnung erklären. Photovoltaikanlagen tragen Sie nach der Installation im Marktstammdatenregister ein.

Stand: Oktober 2026. Preise, Gesetze und Förderungen können sich ändern, bitte prüfen Sie die aktuellen Bedingungen vor einem Kauf.

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